JPMorgan AM | Verlustangst hält Deutsche von Kapitalmarktinvestments ab – die Inflation ist langfristig eher zu fürchten
Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management
- Umfrage: Sorge vor Verlusten ist häufigster Grund, nicht in Aktien anzulegen
- Schleichende Enteignung: Die Inflation lässt Ersparnisse langfristig schrumpfen
- Anlagehorizont beachten: Je länger der Anlagezeitraum, desto seltener gab es in der Vergangenheit Verluste
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 29.10.2026 - Zum Weltspartag am 30. Oktober richtet sich der Blick traditionell auf das Sparen. Wie eine aktuelle Studie von J.P. Morgan Asset Management zeigt, sparen die Deutschen jedoch nicht zu wenig, allerdings lassen sie enormes Ertragspotenzial liegen, weil sie zu sicherheitsorientiert vorgehen. Seit der Pandemie sind ihnen deshalb rund 850 Milliarden Euro an Kapitalmarkterträgen entgangen: aus Sorge vor Börsenschwankungen und Verlusten meiden sie die Kapitalmärkte und bevorzugen die vermeintliche Sicherheit von Sparanlagen wie Tages- und Festgeldern. Dies ist gerade für die langfristige Anlage ein gefährlicher Irrglaube, weiß Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management. „Es gibt einige einfache, langfristig bewährte Anlagegrundsätze, die es bei der Kapitalanlage zu berücksichtigen gilt. Einer davon ist: Schwankungen an den Finanzmärkten sind ganz normal. Wer sich im Vorfeld auf das Auf und Ab einstellt, kann in einer schwierigen Marktphase Emotionen außen vor lassen, und gerade, wenn es um die langfristige Anlage geht, gelassen durch diese Marktphasen gehen“, betont der Kapitalmarktexperte.
Umfrage: Sorge vor Verlusten ist häufigster Grund, nicht in Aktien anzulegen
Für die Studie „Vom Sparen zum Anlegen: Die Chance für Europa“ wurden im Juli 2026 17.000 Menschen in ganz Europa, darunter 2.000 Frauen und Männer in Deutschland befragt. Fast sechs von zehn der Befragten nutzen in ihrem Portfolio keine Aktien für die Altersvorsorge. Als Grund, warum sie die Kapitalmärkte meiden, nannten 36 Prozent der Nichtanleger die Sorge vor Risiken und möglichen Verlusten. Auch gaben 23 Prozent von ihnen an, nicht zu wissen, wie man in Aktien investiert und 22 Prozent haben diese Anlageform bisher nicht in Betracht gezogen.„Bares ist nur selten Wahres! Wer das Risiko der Aktienmärkte scheut und seine Ersparnisse langfristig in niedrig verzinsten Sparanlagen belässt wird ein böses Erwachen erleben. Denn gerade bei den langen Anlagezeiträumen frisst die Inflation den realen Wert des Geldes auf“, erklärt Ökonom Galler. Bei einer jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent bleiben etwa von 100.000 Euro, die unverzinst liegen, nach 40 Jahren nur noch rund 45.000 Euro an Kaufkraft. Bei drei Prozent Inflation sind es sogar nur noch 30.000 Euro.
MSCI World: im Schnitt 14,6 Prozent Rückgang im Jahresverlauf – trotzdem meist positives Jahresergebnis
Wie stark Aktienmärkte innerhalb eines Jahres schwanken, zeigt eine Auswertung von J.P. Morgan Asset Management für den MSCI World seit 1986. In jedem dieser 40 Jahre fiel der Index zwischenzeitlich vom Hoch zum Tief im Durchschnitt um 14,6 Prozent, im Median um 10,5 Prozent. Dennoch erzielte der Index in 29 der 40 Kalenderjahre einen positiven Kursertrag – das sind mit 72,5 Prozent rund drei Viertel aller Jahre.Auch deutliche Rückgänge im Jahresverlauf mündeten nicht zwingend in ein Minus am Jahresende: Im Pandemiejahr 2020 etwa fiel der Index zwischenzeitlich um 33 Prozent und schloss das Jahr dennoch mit einem Plus von 12 Prozent. 2009 stand einem zwischenzeitlichen Rückgang von 25 Prozent ein Jahresergebnis von plus 23 Prozent gegenüber, 2025 einem Rückgang von 17 Prozent ein Plus von 10 Prozent.
Zudem zeigen die Auswertungsergebnisse von J.P. Morgan Asset Management, dass auf Verlustjahre meist eine Erholung folgte: Nach 9 der 11 Jahre mit negativem Kursertrag schloss das Folgejahr im Plus, so etwa 2023 mit plus 21 Prozent nach minus 17 Prozent im Jahr 2022. Mehrere Verlustjahre in Folge gab es im betrachteten Zeitraum nur von 2000 bis 2002, mit drei Folgejahren. „In solchen Phasen heißt es, Nerven zu bewahren. Wer seine Aktien verkauft, nachdem der Markt einen starken Rückgang erlebt hat, schreibt seine Verluste fest und verpasst eine häufig sehr rasch einsetzende Erholung. Es ist also sinnvoller, investiert zu bleiben, als darauf zu setzen, gleich zweimal richtig zu liegen und den richtigen Aus- und Wiedereinstiegs-Zeitpunkt zu erwischen“, stellt Kapitalmarktexperte Galler fest.
Je länger der Anlagezeitraum, desto seltener gab es in der Vergangenheit Verluste
Wer eine langfristige Perspektive bei der Geldanlage hat, kann den Marktschwankungen ebenfalls ruhiger entgegensehen. Einzelne Wochen, Monate oder auch Jahre können am Aktienmarkt immer einmal schlecht ausfallen, über längere Zeiträume kommt es erfahrungsgemäß aber deutlich seltener zu Verlusten. Das zeigen Daten der letzten 75 Jahre für große US-Aktien, gemessen am S&P 500: Über rollierende Zwölfmonatszeiträume, also jeden beliebigen Zwölfmonatszeitraum seit 1950, lagen die Gesamterträge einschließlich Dividenden zwischen einem Plus von 61 Prozent und einem Minus von 43 Prozent. Je länger der Anlagehorizont ist, desto weniger stark fällt die Schwankung aus, sodass bei den rollierenden 20-Jahres-Zeiträumen die Spanne zwischen 4 und 18 Prozent Plus pro Jahr liegt. Das heißt, ein Verlust trat in keinem dieser Zeiträume auf. Eine Mischung aus je zur Hälfte Aktien und Anleihen erzielte seit 1950 sogar in keinem rollierenden 10-Jahres-Zeitraum eine negative Rendite.„Es zeigt sich also anhand einiger weniger Anlagegrundsätze: Auch wenn der Weg zeitweise einmal etwas holpriger sein kann, kommen Anlegerinnen und Anleger an den Kapitalmärkten langfristig nicht vorbei, wenn sie ihre Anlageziele erreichen oder auch nur den realen Wert ihre Ersparnisse sichern wollen“, fast Galler zusammen. Felix Germann, Leiter von J.P. Morgan Asset Management in Deutschland, Österreich sowie Zentral und Osteuropa ergänzt: „Mit Fonds oder ETFs gelingt ein Einstieg in ein gut diversifiziertes Portfolio ganz einfach. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots 2027 werden Kapitalmarktinvestments sogar vom Staat unterstützt – wenn das kein guter Grund ist vom Sparen zum Anlegen zu wechseln.“
Die „Grundsätze für das langfristig erfolgreiche Investieren“ sowie weitere fundierte Kapitalmarktinformationen von J.P. Morgan Asset Management sind unter folgendem Link zu finden: https://cdn.jpmorganfunds.com/content/dam/jpm-am-aem/emea/regional/de/insights/market-insights/mi-long-term-investing-principles-ce-de.pdf
Für das Market Insights Programms von J.P. Morgan Asset Management, sind gemeinsam mit Tilmann Galler mehr als 30 Kapitalmarktexpertinnen und -Experten rund um den Globus im Einsatz, um fundierte Einblicke in die globalen Finanzmärkte zu bieten. Ziel ist, sowohl in der Finanzberatung als auch Selbstentscheider dabei zu unterstützen, sich gezielt zu informieren und fundierte Investmententscheidungen zu treffen.
Herzstück ist der Guide to the Markts, der seit rund 20 Jahren in über 30 Ländern und mehr als 10 Sprachen publiziert wird. Inzwischen täglich aktualisiert, ist „der Guide“ in der Market Insights App ebenso wie auf der Website www.jpmorganassetmanagement.de verfügbar. Er präsentiert eine breite und aktuelle Sammlung von Marktdaten und Analysen – von Anlageregionen über Investmentthemen bis hin zur Entwicklung verschiedener Anlageklassen. Neutralität und Aktualität stehen dabei im Vordergrund: Der Guide verzichtet bewusst auf eine „Hausmeinung“ von J.P. Morgan Asset Management und ermöglicht so einen objektiven Blick auf das Geschehen an den weltweiten Finanzmärkten.
Ein weiterer zentraler Aspekt des Programms ist die Förderung der Finanzbildung, um das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und die Funktionsweise der Kapitalmärkte zu vertiefen und so die Grundlage für nachhaltigen Anlageerfolg zu schaffen.
Zur Studie
Für die Studie „Vom Sparen zum Anlegen: Die Chance für Europa“ beauftragte J.P. Morgan Asset Management das Marktforschungsinstitut Opinium mit einer repräsentativen Befragung von 17.000 Frauen und Männern im Alter von 18 bis 65 Jahren. Untersuchte Länder sind Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, die Niederlande, Schweden, Finnland und Polen. Die Erhebung fand in der zweiten Julihälfte 2026 statt. Die europäischen Ergebnisse wurden bevölkerungsgewichtet ausgewertet. In Deutschland wurden 2.000 Personen befragt. Weitere Ergebnisse der Befragung sind hier zu finden:
Europäische Ergebnisse: https://am.jpmorgan.com/de/de/asset-management/adv/insights/market-insights/europes-savings-opportunity/
Deutsche Ergebnisse: https://am.jpmorgan.com/de/de/asset-management/adv/insights/market-insights/germanys-savings-opportunity/
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